KI-gestützte Dokumentation in der Psychotherapie
KI-gestützte Dokumentation heißt, dass eine Sitzung aufgenommen, automatisch transkribiert und daraus ein Entwurf für die Sitzungsdokumentation erzeugt wird. Das Transkript ist dabei nicht die Dokumentation, sondern deren Rohmaterial: was fachlich relevant ist, entscheidet der Psychotherapeut. Die KI verkürzt den Weg von der Sitzung zum prüfbaren Text — sie ersetzt weder die fachliche Einschätzung noch die Verantwortung für das Ergebnis.
Warum das Thema relevant ist
Die Arbeit nach der Sitzung ist nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall: Notizen ordnen, Verläufe nachhalten, Unterlagen wiederfinden. Dieser Aufwand fällt an, wenn die Aufmerksamkeit schon beim nächsten Termin ist. Genau dort setzt eine automatische Vorarbeit an — nicht, um die Dokumentation zu ersetzen, sondern um mit einem Entwurf statt mit einem leeren Feld zu beginnen.
Wie der Ablauf funktioniert
Aufnahme
Die Sitzung wird aufgenommen. Dafür muss die erforderliche vorherige Zustimmung vorliegen — das ist eine Voraussetzung der Praxis und keine Einstellung in der Software.
Transkription
Die Aufnahme wird automatisch in Text überführt. Das Ergebnis ist ein wörtliches Protokoll des Gesprächs, keine fachliche Zusammenfassung.
Sitzungsnotiz
Aus dem Transkript entsteht ein Entwurf der Sitzungsdokumentation. Er ist bearbeitbar und wird geprüft, korrigiert und bewusst freigegeben.
Löschung der Aufnahme
Ist die Transkription erfolgreich, wird die Audiodatei gelöscht. Das Transkript bleibt erhalten und kann getrennt von der Aufnahme gelöscht werden.

Was KI hier leisten kann
- Gesprochene Sprache in Text überführen und Sprecher voneinander trennen.
- Aus einem langen Transkript einen strukturierten, kürzeren Entwurf erzeugen.
- Wiederkehrende Themen über mehrere dokumentierte Sitzungen hinweg zusammenführen.
- Vorhandene Informationen für einen Antragsentwurf ordnen.
Was KI hier nicht leistet
Sie kann nicht entscheiden, was fachlich relevant ist.
Belegt in: FAQ „Wer verantwortet KI-Ergebnisse?"
Sie stellt keine Diagnose und trifft keine Therapieentscheidung.
Belegt in: Produktdefinition auf /ueber-psymira
Sie ersetzt die Prüfung nicht — KI-Ausgaben bleiben Entwürfe.
Belegt in: Funktionsseite, Abschnitt „Sitzungen & Zusammenfassungen"
Eine Chiffre statt des Klarnamens ist keine vollständige Anonymisierung.
Belegt in: FAQ „Was ist der Unterschied zwischen Chiffre und Anonymisierung?"
Wie Psymira den Ablauf umsetzt
In Psymira greifen Aufnahme, Transkription und Sitzungsnotiz in einem Ablauf ineinander, und die dokumentierte Sitzung bleibt im Fallkontext erreichbar — zusammen mit Notizen, Dokumenten, Anträgen und Krisenprotokollen. Patienten werden im Arbeitsalltag über Chiffren geführt. KI-Ausgaben sind Entwürfe: Sie prüfen, bearbeiten und verantworten das Ergebnis.
Datenschutz und fachliche Kontrolle
Audiodateien werden nach erfolgreicher Transkription unmittelbar gelöscht; bleibt eine Transkription aus oder schlägt sie fehl, greift eine harte Obergrenze von 30 Tagen. Vor KI-Aufrufen werden identifizierende Stammdaten reduziert; anstelle von Klarnamen werden Chiffren verwendet. Freitext wie Notizen und Transkripte kann weiterhin Namen enthalten — die Kontrolle darüber liegt bei der Praxis. Psymira trainiert keine eigenen Modelle mit Praxisdaten.
Vollständige Angaben zu Unterauftragnehmern, Verarbeitungsorten und Aufbewahrungsfristen auf Datenschutz & Sicherheit.
Quellen
Primärquellen zu den rechtlichen und technischen Aussagen dieser Seite. Produktaussagen sind oben jeweils mit ihrer Herkunft im eigenen Material gekennzeichnet.
- § 630f BGB — Dokumentation der Behandlung
Gesetzliche Grundlage der Behandlungsdokumentation, einschließlich der Aufbewahrungsfrist.
- Google Cloud — Data Governance für generative KI auf Vertex AI
Herstellerangaben dazu, wie Kundendaten bei Vertex AI verarbeitet und nicht zum Training verwendet werden.
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 9 und Art. 28
Gesundheitsdaten als besondere Kategorie (Art. 9) und die Auftragsverarbeitung (Art. 28).
- BPtK — Praxis-Info „Administrative KI in Ihrer Praxis" (Februar 2026)
Orientierungshilfe der Bundespsychotherapeutenkammer zum verantwortungsvollen Einsatz administrativer KI-Systeme — datenschutz- und berufsrechtliche Vorgaben, EU AI Act, Medizinprodukteverordnung. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass wichtige Fragen im KI-Kontext noch nicht rechtsverbindlich geklärt sind.